Der Modeschöpfer Inan Batman ist begeistert von Berlin und engagiert sich auch in Charity-Projekten.

Bereits zum fünften Mal hat die Modemarke Eastpak zwölf gefeierte Designer für das Charity-Projekt “Designers Against Aids” versammeln können. Kenzo, Vetements, Nicopanda und Giambattista Valli sind nur einige der Marken, die bereitwillig zu einem Teil des Projekts wurden. Sie erschufen jeweils ein Kunstwerk aus einem komplett weißen Eastpak-Rucksack, der ihnen als leere Leinwand diente, um ihre eigene Vision umzusetzen – und zugleich weltweit mehr Aufmerksamkeit für das unverändert dramatische Thema HIV/Aids zu wecken.

Zu den diesjährigen Unterstützern zählt das junge Berliner Label Inan. Wir sprachen mit dem Designer Inan Batman (26) über den kreativen Prozess des Modeschaffens und darüber, welchen Stellenwert Präventionsarbeit heute hat.

Herr Batman, 2013 gründeten Sie Ihr Label Inan. Wie fing das mit der Modekarriere an?

Inan Batman: Ich habe mich eigentlich schon immer für die Mode interessiert, inspiriert wurde ich aber durch die Musik und die Näharbeiten meiner Oma. Nach meinem Schulabschluss habe ich dann das Staatliche Berufskolleg für Mode und Design in Stuttgart besucht und abgeschlossen.

Sie sind als Kind türkischer Gastarbeiter in Berlin geboren. Welchen Einfluss hat die Stadt auf Ihr Schaffen?

Einen sehr großen, da ich mich hier entfalten kann und meine Visionen ausleben darf. Genau das liebe ich an Berlin.

Berlin ist Schmelztiegel verschiedener popkultureller Strömungen. Kann man den Kiezen verschiedene Stile zuordnen?

In Berlin Mitte, würde ich sagen, kann man sicherlich gewisse Stile den Kiezen zuordnen. Aber dadurch, dass Berlin so multikulturell ist, ist es fast schon unmöglich, zu verallgemeinern.

Ihre Entwürfe spiegeln verschiedenste kulturelle Konzepte wider. Inwieweit prägen Sie Ihre türkischen Wurzeln?

Meine Wurzeln ordne ich dem emotionalen Part meiner Arbeit zu.

Jetzt haben Sie einen Rucksack gestaltet. Hatten Sie in Ihrer Jugend auch so einen auf dem Rücken?

Ich hatte auch einen solchen Rucksack in meiner Jugend, den ich sehr, sehr lange getragen, aber nicht personalisiert habe.

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit?

Oh ja, es war die schönste Zeit meines Lebens.

Die Marke Eastpak ist stark mit Jugendkultur verbunden. Warum steht gerade diese momentan im Fokus vieler Modemacher?

Persönlich finde ich, dass die Jugendkultur schon immer da war, man wurde nur weniger damit konfrontiert, weil sie nicht für alle greifbar war. Social Media lässt die Menschen heute an Trends wie diesen teilnehmen. Sie verbreiten sich so automatisch wie eine Welle für alle Außenstehenden.

Was war die Idee hinter Ihrem Entwurf für Eastpak?

Ich wollte eine multifunktionale Tasche kreieren, die uns und Eastpak als Marke widerspiegelt.

Wer hat ihn zuerst sehen dürfen?

Meine Freundin und mein bester Freund.

Legen Sie Wert auf das Urteil anderer in Bezug auf Ihre Arbeit?

Es gibt zwei Personen, deren Meinung mir sehr wichtig ist und die ich persönlich auch immer in den Designprozess mit einbinde. Ansonsten eigentlich nicht, aber das kann sich ja noch ändern.

Streiten Sie sich eher wegen Moral- oder wegen Designfragen?

Da ich mir moralisch nichts vorzuwerfen habe, sind es eher die Designfragen, welche die meiste Zeit in Anspruch nehmen.

Bei diesem Charity-Projekt sind Sie in einer Reihe mit großen Modeunternehmen wie Kenzo und Vetements. Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich gut an neben solch gestandenen Marken aufgelistet zu werden.

Die Erlöse gehen an die Stiftung “Designers Against Aids”. Sind wir mittlerweile auf einem guten Weg, was Aids-Aufklärung angeht?

Persönlich hatte ich keinen direkten Bezug zum Thema Aids, aber durch die Kampagne habe ich noch mehr Einblicke gewinnen können. Ich finde, dass sich jeder damit auseinandersetzen sollte und die Aufklärung über Aids nicht in Vergessenheit geraten darf. Es ist und sollte für jeden ein wichtiges Thema sein.

Ihre Entwürfe sind urban, viel Schwarz und Weiß. Finden Sie, dass Mode Spaß machen sollte?

Es kommt immer auf die Stimmung an, in der man sich befindet.

Weitere Informationen zur “Eastpak Artist Collection” mit Ansichten umgestalteter Stücke unter artiststudio.eastpak.com

Foto: Jörg Krauthöfer

https://www.morgenpost.de/berlin/article208997779/Berliner-Modeschoepfer-Ich-kann-meine-Visionen-ausleben.html

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